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oft groß an, durch ihre Seele zog eine lange Reihe von Erinnerungen und Erweckungen. Da geht die Frau neben dir, die damals auf deinen Wunſch aus der Heimath gerufen wurde— damals, als du mit dem König und Gunther unter der Hange Eſch ge⸗ ſeſſen, warſt du mild und verzeihend gegen Gefallene — und Gunther ſagte:„Du biſt es werth, daß Tauſende für dich jetzt beten.“ Warſt du es damals? Biſt du es jetzt werth? Damals warſt du noch nicht verletzt, hatteſt noch keine Unbill erfahren und es war— leicht, verzeihend zu erſcheinen— und nun, da du gekränkt worden, biſt du in Bitterkeit, in Haß und Tugendſtolz verſunken und haſt dir darin gefallen. Er änderte ſein Leben, hat alles Kleinliche, Nichtige, Eitle abgethan und ſeine ganze Seele in treuer Arbeit ſeinem Volke gewidmet. Und du? Du wurdeſt immer herber und ſtarrer, weil du gar ſo tugendſam. Biſt du es denn? Was iſt eine Tugend, die nur ſich ſelbſt lebt? Und ſie, die ſo ſchwer fehlte, hat ſie nicht noch ſchwerer gebüßt? Groß und hoch über dir ſteht ſie, die Sünderin. Für mich iſt ſie geſtorben; und was habe ich aus dieſem Tod gemacht? Ich habe meinen Gatten allein gelaſſen in ſeiner ſchweren Arbeit, verlaſſen in ſeiner höchſten Noth. Ich habe nur für mich gelebt, denn
meinem Kinde leben, war auch nur für mich leben—
Du haſt Nildthätigkeit geübt an Armen und Hülf⸗ loſen. Aber deine Pflicht? Deine nächſte Pflicht? Du konnteſt dich nicht ſelbſt überwinden... Und du haſt es gewagt, von dir zu ſagen, du ſeieſt des Höchſten fähig, und: ärgert dich dein Auge, ſo reiße es aus?


