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auf das Maulthier gepackt. Gunther ritt davon, das Pechmännlein ſchritt neben ihm her; man ſah deſſen Antlitz kaum, denn ſein breitkrempiger Hut hatte das Gewitter von geſtern noch nicht verwunden. Erſt als man die Häuſer des Städtchens hinter ſich hatte, fragte Gunther:
„Wie weit iſt es bis zu der Kranken?“
„Zum Fußgehen wär's bergan in drei Stunden zu machen, ich bin ſchon oft weniger daran gegangen, aber zum Reiten iſt's eine gute Stunde mehr.“
Als man in den Wald einritt, hielt Gunther an und ſagte:
„Komm' näher. Alſo Du biſt der Ohm von der Walpurga?“
„Freilich, der leibliche Bruder von ihrer Mutter und auch der einzige, zwei andere ſind ſchon jung geſtorben.“
„Wie nennſt Du die Kranke?“
„Wie ſie heißt— Irmgard.“
„Und ſeit wann iſt ſie bei euch?“
„Seitdem der Hanſei den Hof gekauft hat. Sie iſt damals gleich vom See aus mit uns gekommen. Sie iſt aber krank geweſen, ſie ſagen, ſie ſei ein bischen verrückt; ich glaub' das nicht, ſie hat ihren rechten Verſtand, eher zu viel als zu wenig.“
„Und weißt Du nicht, wie ſie mit ihrem Familien⸗ namen heißt?“ fragte Gunther.
„Ich hab' nie danach gefragt.“ Und nun erzählte das Pechmännlein in redſeliger Weiſe vom Leben der Irmgard und wie ſie jahrelang eine Binde um die 30
Auerbach, Auf der Höhe. 1II


