Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Aufſteigen. Irma ſah jetzt zum Erſtenmal das Kind Walpurgas, und wie ihr Blick und der des Kindes einander begegneten, jauchzte das Kind hell auf und wollte zu ihr.

„Ei, das iſt ſchön!“ riefen Walpurga und die Mutter zugleich.„Sie iſt ſonſt ſo ſcheu.“

Irma nahm das Kind auf den Arm und herzte und küßte es. Es war, als ob ſie in dem unſchuldigen Kinde die eigene Kindſchaft, die in ihr geſtorben und verdorben war, wieder umfaßte; ihr Blick wechſelte zwiſchen Freude und Trauer, und die Großmutter ſagte:

„In Dir iſt ein gutes, ehrliches Herz, das ſpüren die Kinder, die wiſſen das noch. So, jetzt gieb aber das Kind der Walpurga und ſteig' auf.“

Für Irma wurde die Lagerſtätte auf dem Bett zu⸗ recht gemacht, und als die Großmutter aufgeſtiegen war, nahm ſie das Kind zu ſich und ſetzte ſich mit ihm in das Innere des Wagens neben Irma. Walpurga und die Gundel ſaßen vorn und ſchauten ins Freie, der Ohm ging neben den Pferden her und betrachtete mit Wehmuth die Peitſche, mit der er nicht knallen durfte. Niemand ſprach ein Wort, nur das Kind lachte und plauderte und wollte immer mit Irma ſpielen.

„Du mußt jetzt auch ſchlafen,“ ſagte die Groß⸗ mutter, und leiſe ein Lied ſingend, ſang ſie das Kind und auch Irma in Schlaf.

„Wer kommt da vom Berg herunter?“ ſagte Wal⸗ purga plötzlich zum Ohm.

„Der Eine iſt ein Landjäger und der Andere muß ein herrſchaftlicher Bedienter ſein.“

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