Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Brudet

auch nicht. Das Rechte weiß Keiner. Dir kann ich's berichten. Wir ſind eigentlich hier nicht daheim, aber im Sommer ſind wir oft hier und ſuchen Enzian und Apothekerkräuter und Ameiſeneier. Ich war fünf⸗ zehn Jahre alt, ein luſtiger Teufel von einem Mäd⸗ chen, ich hätte mit einem Hirſch um die Wette rennen können, da hat mich Dein Bruder im Wald gefunden. Er war ſchön, gar ſchön, ſo ſchön giebt's Keinen mehr auf der Welt, und fein und gut iſt er auch geweſen, und wir haben einander ſo lieb gehabt und ich hab' allemal geweint, wenn ich wieder hab' heim müſſen zu meiner Mutter. Ich wär' gern ewig draußen geblieben im Wald wie die Rehe, und es hat mir faſt wohl ge⸗ than, wenn ich heimgekommen bin und meine Mutter hat mich geſchlagen; ich hab' weinen können und hab' doch nicht ſagen müſſen, warum ich weine. Ich hab' jede Minute nach ihm verlangt und hab' gar nicht mehr von ihm fortgewollt. Er hat mir einmal geſagt, wer er ſei, und daß ſein Vater gar ein ſtrenger Mann ſei; wenn das nicht wäre, thät' er mich heimführen in ſein Schloß und ich müßte Gräfin werden. Und da ich hab' tauſendmal ſeitdem daran gedacht, was ich für ein einfältiges Kind geweſen bin, aber ich hab' gewiß nichts Böſes gewollt weißt Du, was ich gethan hab'? Weil mein Bruno gar ſo arg geklagt hat, hab' ich gedacht, den böſen Vater wird man doch'rumkriegen können, und bin aufs Schloß und geraden Wegs zu Deinem Vater und hab' ihm geſagt, er ſoll doch nicht ſo ſchlecht ſein und ſo hartherzig und ſoll's zugeben, daß der Bruno mich heirathet, ich will gewiß eine gute