Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Eſther eilte auf Irma zu und flüſterte eilig:

Komm', komm'! Um Deines Vaters willen rette ich Dich. Komm'! Fort!

Sie riß ſie mit ſich fort, ſie eilte den Berg hinab, ohne Aufenthalt, athemlos. Irma konnte nicht wei⸗ ter, ſie wollte ruhen; Eſther aber ſchleppte ſie noch eine Strecke mit ſich davon, bis ſie an eine Quelle kamen, dort ſetzten ſie ſich nieder. Eſther machte ſich die Hände naß und wuſch ſich und Irma die Stirne.

Lange redeten die Beiden kein Wort. Endlich fragte Irma:

Weißt Du den Weg nach dem See?

O wohl! Das iſt auch mein Weg, mein Ausweg, ich hab' keinen andern mehr.

Wie? Was meinſt Du?

Was Du willſt, will ich auch, werd' ich auch noch müſſen.

Was will ich denn?

Dich ertränken.

Irma zuckte zuſammen, da ihr das Vorhaben ſo ins Ohr geſagt wurde.

Ich weiß nicht, fuhr Eſther fort,kann mir's aber ſchon denken, was Dich dazu treibt. Mein Bruder hat ein böſes Wort geſprochen. Aber ich bitte Dich, thu's nicht! Schau', Du biſt noch ſo ſchön, ſo jung und reich; Du kannſt ſchon noch leben und es kann Dir wieder anders gehen auf der Welt. Thu's nicht Still! unterbrach ſie ſich plötzlichhaſt Du nichts gehört? Wir wollen jetzt nicht reden, damit wir