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„Nehmt, nehmt den Ring! Behaltet ihn!“ ſagte Irma und hielt ihr die Hand hin.
Die Alte ſtreifte den Ring mit großer Geſchicklich⸗ keit von dem Finger.
„Herr Gott!“ rief die Alte plötzlich.„Dich hab' ich ſchon einmal geſehen— ja, ja, Sie ſind's.. haben Sie nicht einmal ein goldenes Herzchen getragen und es einem Kinde geſchickt? Haben Sie nicht einmal einer alten Frau im Schloß zu eſſen geben laſſen und ihren Sohn frei gemacht und ihr noch Geld dazu ge⸗ ſchenkt? Herr Gott, ja Sie ſind die—“
„Nenne meinen Namen nicht! Laß mich nur eine Minute ruhen, frage nichts und ſage nichts mehr!“
„Nein, wie Sie befehlen, gewiß nicht; ich will jetzt nur ſchnell die Suppe fertig machen.“
Sie ging hinaus und ließ Irma allein.
Irma lag auf dem Bett, das nichts als ein Blätter⸗ ſack war; das kniſterte ſo wunderlich, wenn ſie den Kopf wendete und die Blätter ſprachen: ja, damals, als wir noch grünten, da war's anders.... Durch das Fenſter blinzelte der Mond herein. Die ganze Welt ging mit Irma herum, ſie war wie auf hoher See, aber bald war ſie entſchlummert.
Sie wachte auf, ſie hörte eine laute Männerſtimme.
Elftes Capitel.
Draußen im Hausflur, der zugleich Küche war, ſtand Thomas bei ſeiner Mutter; er reinigte ſich das


