Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Stelle rinne. Sie ſieht auf zu den Sternen, ſie ſieht bekannte Sternbilder, ſie weiß ihren Standort, aber die großen Wegweiſer in der Unendlichkeit führen nicht auf den Irrwegen im Waldesdickicht ein einſam ver⸗ irrtes Menſchenkind. Irma gedenkt der Nächte, wo der Leibarzt ihren Blick in die Weite gelenkt wie

iſt ihr nun Alles vernichtet, alles Große gefallen, ſelbſt der Blick zu den Sternen iſt ihr verſchränkt. Sie ſinnt

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darüber nach, ob ſie die Briefe verbrannt, oder zurück⸗ gelaſſen; den an den König hat ſie verbrannt, deſſen glaubt ſie ſich zu erinnern; aber nicht auch den an die Königin? Sie ſinnt hin und her, es wirrt ſich ihr zu⸗ ſammen. Vielleicht werden beide Briefe gefunden. Sei es!

Und dann zieht ihr das Lied Walpurgas durch die Seele.

Wenn die gute Bauernfrau am See wüßte, wie ihre Freundin jetzt einſam in dunkler Nacht durch den Wald raſ't, und mit welchen Gedanken ſie käme herbei und riſſe dich an ſich und ließe dich nicht; wer weiß, ob ſie nicht jetzt in der Ferne dein gedenkt, von dir träumt und dir durch die Nacht unfaßbar ihr Lied durch die Lüfte daher ſchickt? Wie wird die Arme trauern, wenn ſie deinen Tod erfährt; vielleicht iſt ſie die Ein⸗ zige, die dich wahrhaft betrauert.

Alle Erinnerungsmelodien ſpielten durch ihre Seele. Nach Jahren erzählt ein Schiffer, wie der dort am Inſelkloſter, vom ertrunkenen Hoffräulein. Wie wird die Todesnachricht auf die Menſchen wirken? Niemand von euch kann mir helfen, ich kann euch auch nicht