Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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4 helfen, und übermorgen ſpielt ihr wieder Karten und tanzt und ſingt. Keiner kann den Andern in Ge⸗ danken behalten; wer nicht da iſt, hat kein Recht, in Gedanken da zu ſein. Unbarmherzig iſt das Leben wie der Tod...

Weiter ging's durch das Dickicht, an wilden Schluchten vorbei; die Steine, die ſich unter ihren Tritten löſten, polterten in den Abgrund hinab, aus dem ſie dumpf auftönten und ahnen ließen, wie tief ſie gefallen waren. Die Felſen rücken näher zuſammen, der Waldbach ſtürzt ſich über ſie herab, und jetzt auf einmal da ſind die Felſenſchrofen, da geht's nicht weiter ſtürze dich hinab und zerſchmettere! Wenn du aber tagelang halb⸗ todt und gelähmt liegen und verſchmachten mußt? Nein!

Sie ſucht ſich einen Weg. Da ſchlägt ihr ein Baumzweig ins Geſicht, gerade dahin, wo des Vaters todeskalter Finger ſie berührt.

Nein, dieſe Stirn ſoll das Tageslicht nicht mehr ſchauen, ruft ſie und ſucht einen Weg am Felſenhang und hält ſich feſt mit eingeklammerten Händen. Jetzt erſchallt helles Jodeln einer Frauenſtimme durch den Wald. Irma athmet auf, es iſt eine Menſchen⸗ ſtimme, eine Frauenſtimme, vielleicht ein Mädchen, ein holdes friſches Kind, das dem Geliebten ein Zeichen giebt durch die Nacht. Die Jodeltöne wiederholen ſich fort und fort und werden immer dringender, und Irma ſitzt in Angſt und Zittern am Felſenhang; ſie ant⸗ wortet, ſie ſchreit grell auf. Sie erſchrickt vor ihrer eigenen Stimme, aber ſie ſchreit wieder und wieder. Nun kommt es antwortend heran, die Stimme nähert