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Bruno war im höchſten Grade ärgerlich über das excentriſche Weſen ſeiner Schweſter. Er wollte abreiſen, ſie ſollte ihn begleiten oder doch ſagen, was ſie vor⸗ habe. Sie gab keine Antwort. Endlich trat er zur Reiſe gerüſtet in das Vorzimmer Irmas; hier ſaß das Kammermädchen und las in einem Buche.
Bruno hatte die Hand ausgeſtreckt, um ihr unter das Kinn zu faſſen, aber ſchnell erinnerte er ſich, daß er ja in Trauer war; er zog auf halbem Wege die Hand wieder zurück.
Er übergab dem Kammermädchen ſeinen Hut, daß ſie einen Trauerflor darum nähe, und ſtreichelte dabei zufällig ihre Hand. Dann ging er nochmals an die Thür ſeiner Schweſter.
„Irma,“ bat er,„Irma, ſei doch vernünftig, gieb doch endlich eine Antwort!“
„Was ſoll ich?“ fragte es drinnen.
„So öffne doch!“
„Ich höre,“ antwortete ſie und öffnete nicht.
„So laß Dir ſagen: Es hat ſich kein Teſtament des ſeligen Papa vorgefunden. Ich werde Alles mit Dir brüder⸗ lich ordnen. Willſt Du nicht mit zu meiner Familie reiſen?“
„Nein.“
„So reiſe ich allein. Adieu!“
Er erhielt keine Antwort; er hörte, wie ſich Schritte von der Thür entfernten, und wendete ſich um. Das Kammermädchen hatte den Flor um den Hut genäht, Bruno küßte ihr die Hand und gab ihr ein reichliches Geſchenk.
Dann reiſte er ab.
Es war ihm ganz recht, daß er ohne Irma reiſen
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