Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Draußen ging der Pendelſchlag der großen Stand⸗ uhr, und der Ton ſprach immer: Vater Tochter, Tochter Vater! Stundenlang hörte ſie nichts als den Pendelſchlag, und immer die Worte: Vater Tochter, Tochter Vater! Sie wollte rufen, daß man die Uhr zur Ruhe ſtelle, aber ſie unterließ es. Sie wollte ſich zwingen, im Pendelſchlag nicht dieſe Worte zu vernehmen. Es gelang ihr nicht. Vater Tochter, Tochter Vater! klang der Pendelſchlag fort und fort.

Was einſt freies Spiel ihrer Laune geweſen, das ſpielte nun mit ihr. Was haſt du von der Welt ge⸗ ſehen? Einen kleinen Ausſchnitt. Du mußt eine Reiſe um die ganze Erde machen, das ſoll deine Walffahrt ſein, da wirſt du dich verlieren. Du mußt den ganzen Planeten kennen lernen, auf dem dieſe Geſchöpfe herum⸗ kriechen, die ſich Menſchen nennen und ſich mit Graben und Pflanzen, mit Predigen und Singen, mit Meißeln und Malen den Jammer betäuben, daß ſie ſterben müſſen. Betäubung iſt Alles...

Vor ihrem Geiſte bauten ſich Bilder auf, wie ſie in ungemeſſene Fernen zieht, der treue Diener ſchlägt das Zelt in der Wüſte auf, und wenn ein wilder Stamm kommt..

Im Halbſchlaf hörte ſie den Tamtam und ſah ſich hinweggetragen, mit Pfauenfedern geſchmückt, und um ſie her tanzten dunkle wilde Geſtalten.

Was ihre Phantaſie einſt keck ſich vorgeſpiegelt und was jetzt von ſelbſt aus ihr auftauchte, das umtollte ſie und ſchlang den ſinnverwirrenden Reigen...

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