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Die Stimme ſtockte, ſie konnte nicht weiterſprechen.
Bronnen ging. Im Dunkel verließ er ſie.
Irma war wieder allein.
Die letzte Handhabe, die ſie noch im Leben hätte faſſen können, war gebrochen. Hätte ſie geahnt, welche Zeilen von einem zerriſſenen und auf der Straße ge⸗ fundenen Briefe Bronnen in der Taſche trug, ſie hätte laut aufgeſchrien.
Ein einziger Gedanke war wach in ihr. Was ſoll mir's, noch ſo viel tauſendmal die Sonne aufgehen ſehen und jeder Sonnenſtrahl, jedes Auge macht die Schrift leuchten, und Worte ſind mir ewige Schrecken. Vater— Tochter— wer nimmt mir dieſe Worte heraus aus der Sprache, daß ich ſie nie wieder höre, nie wieder leſe?
Wie eine unergründliche Leere war's in ihrem Denken. Da iſt der eine und einzige Gedanke immer wieder, nie auszudenken und doch ſchon von allen Seiten ausgedacht, und Sinnen und Brüten dreht*ſich mit zermalmender Gewalt, unermüdlich und abgemattet zugleich, im tauſendmal abgemeſſenen Kreiſe um und um.
Es trat jene Dumpfheit der Seele ein, die völlige Gedankenloſigkeit iſt. Nichts denken, nichts wollen, nichts thun. Das Chaos iſt über den Einzelmenſchen gekommen, und drüber ſchwebt Unfaßbares. Laß es herankommen, halte ſtill wie ein Opferthier, gegen deſſen Stirn das Beil des Opferprieſters geſchwungen iſt. Das Schickſal muß vollenden; du kannſt nichts thun, nur ſtillhalten, nicht zucken.
Stunden um Stunden lag Irma.
Auerbach, Auf der Höhe. I1 2 5 2
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