Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Ich bin keine Leiche! rief ſie plötzlich. Und Engel giebt's nicht und Teufel giebt's nicht! Alles iſt Lüge! Von Geſchlecht zu Geſchlecht ſingen und ſagen ſie uns wie Kindern in der Dunkelheit allerlei Märchen vor.

Der Tag iſt da. Ich reiße den Vorhang auf und die ganze lichte Welt iſt mein. Haben nicht Tauſende gefehlt gleich mir und leben glücklich?

Sie ſtürzte nach dem Fenſter. Es war ihr, als läge ſie lebendig begraben in der Erde, ihre Phantaſie wühlte ſie hinein dort in jenes Grab...

Licht, Licht muß ich haben!

Sie hob den Vorhang. Ein breiter Strahl drang herein. Sie prallte zurück. Der Vorhang fiel nieder. Sie lag wieder im Dunkeln.

Da hörte ſie eine Stimme, die ihr tief zu Herzen ging. Oberſt Bronnen war aus der Reſidenz gekommen, um Eberhard die letzte Ehre zu erweiſen; er bat Irma ſeine kräftige Stimme war halb verſchleiert ihm die Gunſt zu gewähren, mit ihr um den Todten zu klagen.

Alles Blut preßte ſich im Herzen Irmas zuſammen; ſie öffnete die Thür, ſie reichte dem Freund im Dunkel die Hand; er preßte ſie und ſie hörte ihn, den ſtarken Mann, laut weinen. Wie im Sturm zogen ihr die Gedanken durch die Seele: Da ſteht ein Mann, der dich erlöſen könnte, und du könnteſt ihm dienen und unterthan ſein wie eine Magd aber wie dürf⸗ teſt du?..

Ich danke Ihnen ſprach ie endlich.Mögen Sie ewig das Glück Sie dem Sſ

und mir Gutes geweſen ſind..

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