Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Es war todtenſtill in dem Gemach.

Da plötzlich tönt Muſik vor dem Hauſe, die Me⸗ lodie des fragenden Vaterlandsliedes und Hunderte von Stimmen rufen: Hoch lebe unſer Abgeordneter, der edle Graf Eberhard!

Irma am Boden regt ſich, Gunther ſchreitet an ihr vorüber, geht auf den Hof, jäh verſtummt die Muſik und ſchweigen die Stimmen.

Roſſestritte nahen; Bruno reitet in den Hof. Er ſteigt ab, er lieſt in den Mienen Gunthers und der Verſammel⸗ ten, was geſchehen. Er bedeckt ſich das Geſicht und lehnt ſich auf Gunther, der ihn ins Haus zurückführt..

Als Gunther und Bruno in das Zimmer des Tod⸗ ten kamen, lag er allein; Irma war verſchwunden, ſie hatte ſich in ihr Zimmer eingeſchloſſen.

Siebentes Capitel.

Wer ſein Leben zerſtört, zerſtört nicht ſein eigenes Leben allein.

Dem Kinde, das den Vater gekränkt, wächſt die Hand zum Grabe heraus.

Auf deiner Stirn ſteht ein unauslöſchliches Mal, ein Kainszeichen von der Hand des Vaters.

Du kannſt dein Antlitz nicht ſelbſt mehr ſchauen und von keinem fremden Auge mehr ſchauen laſſen.

Kannſt du vor dir fliehen? Ueberall hin folgſt du dir ſelbſt.

Du biſt verworfen, verloren, verſunken in dir.. *

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