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„Vater, ich verſtehe Dich nicht.“
Schmerz zog durch das ganze Angeſicht Eberhards, und er legte die Finger an den Mund, wie klagend, daß er nicht ſprechen könne; wer weiß, ob er nicht ſagen wollte: auch aus dem Sumpfe ſprießt die gute Saat, wenn wir ihn richtig bebauen— ſo auch aus Deinem Herzen, mein Kind, aus dem verlorenen, verwüſteten..
„Ich will Gunther rufen,“ ſagte Irma,„vielleicht verſteht er, was Du meinſt.“
Eberhard winkte abwehrend; in ſeinen Mienen war etwas wie Zorn, daß Irma ihn nicht verſteht.
Er biß auf die des Wortes beraubten Lippen und wollte ſich aufrichten. Irma half ihm, und nun ſaß er an die Kiſſen gelehnt.
Sein Antlitz war verändert. Es war plötzlich eine fremde Farbe, ein fremder Ausdruck darin.
Irma ſah ſchaudernd, was vorging. Sie kniete am Bett nieder und legte ihre Wange auf des Vaters Hand. Er zog die Hand zurück.
Sie ſchaute ihn an. Mit aller Anſtrengung erhebt er die Hand— ſie iſt von Todesſchweiß übergoſſen— mit ausgeſtrecktem Finger ſchreibt er ihr ein Wort auf die Stirn, ein kurzes— ſie ſieht, ſie hört, ſie lieſt es, es ſteht in der Luft, auf ihrer Stirn, in ihrem Hirn, in ihrer Seele, überall— ſie ſchreit laut auf und ſtürzt zu Boden.
Gunther kommt raſch herein. Er ſchreitet über Irma weg, hebt die herabgeſunkene Hand Eberhards auf, fühlt nach ſeinem Herzſchlag, zuckt zuſammen und
drückt dem Freunde die Augen zu. —


