Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Kennſt Du ſie noch? Die ſchwarze Eſther? Kehr' um, Du biſt des Todes!

Es raſchelte etwas den Berghang hinab, Bruno ſaß erſtarrt auf dem Pferde. Endlich ließ er die Hand vom Zügel, betrachtete ſeine Hand, zog den Handſchuh aus, wie um ſich zu vergewiſſern, daß er noch lebe, daß noch Tag iſt, nicht Alles ein Traum, wilde Aus⸗ geburt ruheloſer Phantaſie...

Das Pferd ging ruhig weiter. Plötzlich ſprang es mit einem mächtigen Satz ſeitwärts ein Schuß knallte.

Wer jagt jetzt hier?

Bruno war bereits aus dem Bereich ſeines Beſitz⸗ thums. Wer jagt im königlichen Forſt, wo erſt im nächſten Monat die Jagd aufgeht?

Mit einem gewiſſen Behagen faßte Bruno ſeinen Schnurrbart. Er hatte wieder ein klares Selbſtgefühl, er kannte die Dinge der Welt. Er griff nach dem Revolver in der Satteltaſche und ſah ruhig nach, Alles ſchußbereit. Das Pferd ging weiter. Da ſah er an einem Baume einen Flintenlauf auf ſich gerichtet und hinter dem Baume herwvor rief eine Stimme:

Kehr' um, oder ich ſchieß' Dich nieder! Eins! Zwei! Drei

Bruno wandte ſein Pferd, aber vom Wirbel bis zur Zehe erzitterte er, hinter ihm war ein geladener Flintenlauf, jede Minute konnte ihn die Kugel durch⸗ bohren kalte Schweiß rannte ihm vom Geſicht, die Augen brannten ihm, er wagte nicht die Hand zu bewegen; der Wilderer hinter ihm kann dieſe Bewegung mißverſtehen und ihn rücklings niederſchießen.