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Durchſchlag. Drunten lag das Thal im hellen Son⸗ nenglanz. Der Gedanke durchzuckte ihn: Da ſind ſo viel armſelige Menſchen, die nichts haben und ihre Tage mit der Sorge verbringen, wie ſie nur leben ſollen— warum kann man ihnen nicht ihre Lebens⸗ kraft abkaufen, ihre Jahre zu den ſeinen nehmen und immer weiter leben? Das dumme Volk hat Recht, wenn es uns für nichts mehr hält, wie ſie, da wir ja auch ſterben müſſen, an denſelben Krankheiten wie
ſie... Hier lebt Alles fort, Baum und Thier und Menſch, und dort oben im Schloſſe liegt ein wie ſie meinen, im Sterben, vielleicht ſtirbt jetzt
in dieſem Augenblick. Dieſe Luft trägt ſeinen e Hauch, wo iſt er? Warum fährt nicht ein Todesſchauer durch all ſein Beſitzthum, durch Baum und Menſch und Thier? Alles müßte mit ihm leben, mit ihm ſterben! Es iſt ſein. Dieſe Armſeligkeit.
„Ich bin ein armes Weib, ſchenken Sie mir was!“ ſprach den Reiter plötzlich eine Geſtalt an, die aus dem Dickicht hervorhuſchte. Es war die alte Zenza.
Bruno ſchrak zuſammen, als wäre ihm ein Ge— ſpenſt erſchienen. Er gab ſeinem Pferde die Sporen und jagte davon, die Haare ſträubten ſich ihm empor, er kam lange nicht zur Ruhe.
Wie von ſelbſt ſetzte ſich die abgebrochene Gedanken⸗ reihe fort, und der Anruf der Alten verknüpfte ſich darein: Schenk' mir was... Wenn Alles ſtürbe mit dem Beſitzer, wer würde erben? Was iſt dem Menſchen mehr zu eigen, als ſeine Gedanken? Und ſie ſterben doch mit ihm..


