Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Geſammtheit der Gedanken, das Bewußtſein Gottes und der Welt.

Oft wollte mich Schwindel faſſen, wenn ich mich da hinan dachte, jetzt ſtehe ich feſt auf der ſchroffen Spitze.

Wenn du kommſt, du Stunde, die man die letzte nennt, dann iſt mein letzter Wunſch, daß dieſe Ge⸗ danken mich noch einmal ganz durchglühen, auflöſen und erlöſen. Da giebt es getrennt kein endliches und kein unendliches Leben, ſie fließen in einander und ſind eins.

Das klare Erkennen und das Bewußtſein, daß wir eins ſind mit Gott und dem Ganzen, iſt höchſte Selig⸗ keit. Wer dies Bewußtſein hat, der ſtirbt nicht, er lebt das ewige Leben.

Komm' noch einmal zu mir, du Geiſt der Klarheit, in der Stunde, da ich untertauche....

Es hängt Staub an meinen Flügeln, wie an den Flügeln der Lerche, die ich dort ſich aufſchwingen ſehe aus der Ackerfurche in den Aether. Die Ackerfurche iſt ſo rein wie der Aether, der Wurm wie die Lerche — im Verlorenen und ſcheinbar Verſunkenen iſt doch noch Gott. Und bricht mein Auge— ich habe das Ewige geſehen— mein Blick iſt ewig. Frei über alle Verzerrung und Selbſtverwüſtung hinüber rauſcht der ewige Geiſt.“——

Gunther hatte geleſen, Eberhard legte ihm jetzt die Hand auf den Mund, dann ſchaute er ihm tief in die Augen.

„Du haſt ehrlich mit Dir und den höchſten Ideen gerungen,“ ſagte Gunther, aber in ſeiner Stimme

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