Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Eberhard ſchloß die Augen. Als Gunther ſah, daß der Kranke feſt ſchlief, erhob er ſich.

Jetzt ſah er, daß Irma hinter dem Bettſchirm ge⸗ ſeſſen. Er winkte ihr, ſie verließ mit ihm das Gemach.

„Sie haben Alles gehört?“ fragte Gunther.

„Ich kam erſt vor wenigen Minuten.“

Irma verlangte volle Wahrheit über den Zuſtand ihres Vaters. Gunther geſtand, daß keine Hoffnung auf Wiedergeneſung vorhanden, nur die Stunde des Todes laſſe ſich nicht beſtimmen. Irma bedeckte mit beiden Händen das Geſicht, dann kehrte ſie wieder ins Krankenzimmer zurück. Dort ſaß ſie hinter dem Bett⸗ ſchirm.

Im großen Saale ſaß Bruno, dem Landarzt gegen— über. Bei Gunthers Eintritt ſtand Bruno raſch auf, kam ihm entgegen und ſagte haſtig:„Unſer Freund hier hat mir bereits Beruhigung gegeben; die Sache hat, gottlob“— die Zunge ſtolperte ihm bei dem Worte gottlob—„keine nahe Gefahr; beruhigen Sie nur auch meine Schweſter.“

Gunther antwortete nichts. Er erkannte, wie Bruno ſich den Anſchein geben wollte, daß er von kei⸗ ner nahen Gefahr wiſſe, und Gunther war Hofmann genug, um dem die Wahrheit nicht aufzudrängen, der ſie nicht hören wollte. Er kehrte zu Irma zurück, Bruno folgte ihm und redete der Schweſter Muth zu. Sie ſchüttelte den Kopf, er achtete nicht darauf und ſagte, er wolle für die ſchwere Zeit, die bevorſtehe, ſich