Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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könnte. Sie ſelbſt hatte ſich ja auch vom Vater getrennt.

Sie ſchwieg. Stundenlang fuhr man lautlos dahin.

Die beiden kamen auf der Sommerburg an. Irma dankte Jedem, der ihr zur Verlobung ihres Bruders Glück wünſchte, äußerſt verbindlich. Sie hatte eine eigene Befangenheit vor dem Hofjuwelier, der mit zahlreichen Schmuckkäſtchen auf das Schloß entboten war. Sie ſollte in Gemeinſchaft mit Bruno einen reichen Schmuck für die Braut auswählen; ſie that es, aber ſie willfahrte nicht, den Schmuck ſich anprobiren zu laſſen; ihr Kammermädchen mußte ſich nacheinander mit vielen Schmuckſtücken behängen laſſen, und ſchließ⸗ lich wurde ein reicher Diamantenſchmuck gewählt und ſofort an die Braut geſchickt.

Viertes Capitel.

Irma gewann ihre Heiterkeit wieder und war der übermüthige Kobold des ganzes Hofes, neckiſch gegen Alle, nur gegen Oberſt Bronnen nicht; dieſem allein zeigte ſie ſich ſtets ernſt und gehalten. Sie ritt viel aus und begleitete oft den König auf die Jagd; auch andere Hofdamen meldeten ſich gern dazu. Der be⸗ ginnende Herbſt machte die Tage friſch, und an reicher Mannigfaltigkeit fehlte es nie. Die Königin mußte zu Hauſe bleiben. Sie hatte Walpurga mit dem Kinde viel um ſich und war überaus glücklich mit jeder neuen Regung der Kindesſeele. Der Knabe kannte die Mutter bereits und wußte ſchon Zeichen des Verſtändniſſes zu

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