Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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geben; ſie bedauerte nur den unruhigen Geiſt ihres Mannes, deſſen Natur immer neue Bewegung und gewaltſame Aufregung erheiſchte; er verſäumte ſo viel ſchöne Seelenblicke des Kindes.

Es wurde jetzt oft im Walde und auf den Bergen geſpeiſt, wohin die Speiſen und Geräthſchaften mittelſt Mauleſel ſchnell gebracht und ebenſo wieder weggeſchafft wurden. Es war dies eine Erfindung des Baron Schöning, auf die er ſich nicht wenig einbildete, und es war in der That faſt zauberiſch überraſchend, wenn plötzlich mitten im Walde oder auf einer Anhöhe mit ſchöner Fernſicht eine königliche Tafel gedeckt däſtand, und ebenſo plötzlich Alles verſchwunden war.

Seit ſeiner Rückkehr vom See benahm ſich Baron Schöning gegen Irma mit beſonderer Zartheit. Es war ſo viel Schonung und Rückſicht in ſeinem Veneh⸗ men, als hätte er Irma einen Korb gegeben, und nicht ſie ihm, und in der That war es ihm jetzt, als wäre er der entſchieden Verneinende geweſen; es kam ihm wie Wahnſinn vor, daß er je an den Heirathsantrag gedacht. Dabei machte jetzt der Baron den Verſuch,

ſich etwas Würde beizulegen, natürlich mit großer Be⸗

hutſamkeit, denn man darf ſein eigenes früheres Be⸗ nehmen doch nicht geradezu widerrufen. Damals, als er zu Irma ſagte, der Hof glaube mit ihm zu ſpielen, während er mit dem Hofe ſpiele, war die kühne Wand⸗

lung noch nicht wahr, denn damals ging ſie ihm erſt auf.

Schöning war eine ſeltſame Figur am Hofe. Er hatte ſich anfänglich der Diplomatie widmen wollen, ging aber bald davon ab und wurde Landſchaftsmaler,