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In den Tagen, welche man auf dem Schloſſe der
Baroneſſe Steigeneck blieb, war Alles ſtets in maßvoll⸗ ſter Haltung. Nur ein Einzigmal fühlte ſich Irma verletzt, denn die alte Dame— man nannte ſie gnädige Frau— erklärte den Bräutigamszuſtand für die albernſte aller Convenienzen; das Natürlichſte und Angemeſſenſte wäre, ſofort in der Stunde der Verlobung zu heirathen.
Eine eigenthümliche Veränderung ging dabei in den Mienen der alten Dame vor; Irma erſchrak vor dem Ausdrucke dieſes Geſichtes, und dieſer Schreck blieb, ſo daß Irma innerlich als die Baronin ſie beim Abſchied umarmte und küßte.
Irma ſaß ſchon lange im Wagen, als Bruno end⸗ lich kam und nochmals ſeiner Braut, die am Fenſter ſtand, Kußhände zuwarf.
Als man davon fuhr und Irma wieder mit ihrem Bruder allein im Wagen ſaß, ſagte ſie laut und mit wunderbarem Ausdrucke:
„O Vater, Vater!“
Sie athmete tief auf, als ob ein Zauberbann von ihr genommen wäre.
„Was haſt Du?“ fragte Bruno.
Irma wollte ihm nicht ſagen, was ſie empfand, ſie entgegnete nur:
„Sobald wir wieder im Schloſſe angekommen ſind, müſſen wir dem Vater ſchreiben, oder es wäre beſſer, Du reiſeſt zu ihm. Laß Dich, wenn's ſein muß, von
ihm ſchelten; er bleibt doch der Vater und er wird Dir wieder gut ſein und alles Geſchehene anerkennen.“ „Es iſt beſſer, wir ſchreiben,“ meinte Bruno.
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