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Irma aber mußte gerade hier am meiſten an ihren Vater denken. In der Stille begann ſie einen Brief an ihn zu ſchreiben; ſie ſchaute ſich um, als ſie auf ihrem Zimmer ſitzend die Worte ſchrieb:„Lieber Vater!“ Sie hielt es für ihre Pflicht, ſie konnte es füglicher als Bruno, dem Vater dieſe Verlobung anzuzeigen, und ſeine Humanität für die mit Glücksgütern ausge⸗ ſtattete Unglückliche anzurufen. Noch nie hatte ſie ſo viele Briefanfänge zerriſſen und ins Feuer geworfen; ſie brachte den Brief nicht zu Stande und faßte ſchließ⸗ lich den Vorſatz, erſt von der Sommerburg aus an den Vater zu ſchreiben. Aber ein Verlangen, von Eltern zu ſprechen, konnte ſie nicht los werden, und als Baum jetzt einen Auftrag an ſie brachte, hielt ſie ihn auf mit der Frage:
„Baum, haben Sie Ihre Eltern noch?“
„Nein.“
„Haben Sie dieſelben lange gekannt?“
Baum antwortete huſtend mit vorgehaltener Hand: „Meinen Vater gar nicht und meine Mutter... meine Mutter... wurde mir ſchon lange entriſſen.“
Unter der vorgehaltenen Hand biß ſich Baum auf die Lippen und wagte endlich äußerſt behutſam die Worte auszuſprechen:
„Darf ich fragen, gnädige Gräfin, warum Sie mich das fragen?“
„Ich habe ein Verlangen, die Lebensſchickſale Derer zu kennen, die ich perſönlich kenne.“
Baum nahm die Hand vom Munde weg und ſein“ Geſicht war wieder glatt, ausdruckslos.


