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bunter und greller ausgeſtattet; es war mehr Schau— ſtellung als Wohnlichkeit darin. Das lebensgroße Bild des hochſeligen Königs paradirte im großen Saal. Irma war anfangs erſchreckt, als ſie die alte Ba⸗ ronin ſah. Im Boudoir der Baronin hingen noch die Bilder, die ſie als jugendlich üppige Tänzerin zeigten; ſie war eine reizend ſchöne Erſcheinung geweſen, und als Pſyche, als Eros, als Geiſterkönigin abgebildet, in kühnen Attituden— und jetzt dieſe ſchwerfällige Geſtalt mit den gewaltſam geſpannten Mienen. Ihre Haupt⸗
5 76 beſchäftigung war Kartenſpiel, Irma ſah hier zum Erſten⸗
mal im Freien unter Bäumen und beim Geſang der
Vögel ſtundenlang Karten ſpielen. Was wären viele
Menſchen, wie unausfüllbar ihr Leben, wenn es keine
Spielkarten gäbe.—
0 Singen und Muſiciren, denn auch die Baroneſſe Arabella ſang ſchön, fröhliches Tafeln und Ausfahr— ten in die Umgebung füllte die Stunden heiter aus. Irma konnte nicht umhin, ſich immer die Diener an⸗
zuſehen und ſich in deren Gedanken zu verſetzen, wie
Bes ſolchen Menſchen zu Muthe ſein muß, was ſie eigentlich denken, daß ſie einer ſolchen Herrin dienen; aber ſie ſah hier die gleiche Ehrerbietung wie am Hofe, und im Städtchen ſtand bei den Ausfahrten Alles ſtill und zog den Hut ab, denn die Baronin brachte Leben und Geld in das Städtchen. Alles in der Welt, auch Ehrerbietung iſt zu kaufen.
Drei Tage vergingen raſch. Die Baronin Steigeneck hielt einen kleinen Hof, dem Anſchein nach ſehr be⸗ ſcheiden; ein alter, aber äußerſt beweglicher franzöſiſcher


