Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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geſtehe mir ganz ehrlich, daß ich dieſe Dame nur hei⸗ rathe, um möglichſt flott zu leben. Bin ich nun nicht beſſer als Alle, die in dieſem Verhältniß etwas heu⸗ cheln würden?

Wenn Du das beſſer nennſt, allerdings; aber ich glaube doch, Du ſchämſt Dich nur Deiner Liebe, Du möchteſt nicht für ſentimental gelten.

Danke, Du biſt eine tiefe Menſchenkennerin.

Es war Bruno erwünſcht, daß ſeine Schweſter an ſeine wirkliche Liebe glaubte; das giebt ſeinem und ihrem Benehmen viel mehr natürlichen Halt. Er lächelte ſehr verſchämt und erröthete.

Die Baronin Steigeneck wohnte in einem kleinen Städtchen in dem Schloſſe, das ehemals der Ruheſitz einer Schweſter des letztverſtorbenen Königs geweſen.

Man kam auf dem Schloſſe an. Auf der großen Mauer, von der es umgeben war, ſtand ein ſchöner Pfau, der die Luft weit umher mit ſeinem Geſchrei erfüllte.

Die Zimmer für Irma und ihren Bruder waren bereit. Man kleidete ſich um.. Bruno erſchien in Paradeuniform mit ſeinen Orden. Man wurde nach dem Salon der Baronin Steigeneck geführt. Zwei Die⸗ ner öffneten die Flügelthüren. Die Baronin in aus⸗ geſucht einfacher Kleidung ging dem Geſchwiſterpaar bis an die Thür entgegen und verbeugte ſich ſehr zierlich. Bruno küßte ſie und umarmte dann ſeine Braut, eine ſchöne volle Geſtalt. Er ſtellte ſie ſeiner Schweſter vor, Irma umarmte und küßte ſie. B Das Schloß war mit Pracht, freilich mit etwas

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