hier! Hier findet ſie ſchönere und bedeutungsvollere Anwendung.“
„Es freut mich, Dich auf ſolchen Gedanken zu fin⸗ den,“ erwiderte Irma und ſah ihren Bruder mit er⸗ heitertem Blicke an.
Bruno frohlockte. Er hatte den richtigen Köder ge⸗ funden. Er fand aber auch in der That einen flüch⸗ tigen Genuß im Geſpräche über Erhebungen des Men⸗ ſchengeiſtes zu wahrem Edelſinn. Irma war willig zu der Reiſe und als ſie ſich bei der Königin beurlaubte, und auch dieſe in leiſeſter Andeutung ein Befremden über die Heirath Brunos kundgab, zeigte ſich Irma als ſo eifriger Anwalt der Humanität, daß die Köni⸗ gin nicht umhin konnte, ihr zu ſagen:
„Sie ſind und bleiben ein tiefedles Herz.“
Irma küßte mit Inbrunſt die dargereichte Hand.
Man reiſte ab. Neben Brunos beiden Privat⸗ dienern und dem Jockey Fritz, dem Sohne Baums, reiſte auch Vater Baum mit, er iſt eben immer und bei Allem dabei.
Auf dem Wege war Bruno voll ſprudelnder Laune. Wie ein Feinſchmecker liebte er auch gemüthliche Scenen; er ſpielte vortrefflich Clavier, und auch bisweilen ein ſentimentales Adagio; ſentimental erſchien ihm Irma. Bald aber hatte er genug des ſchmelzenden Tones und in ſeine keckſcherzende Weiſe übergehend, rief er:
„Ich bin beſſer, als die ganze Cavalierswelt um uns her. Du lächelſt? Du denkſt, was muß das für eine Cavalierſchaft ſein, wo Du der beſſere biſt?— Ja, Schweſterchen Krimhilde, und doch iſt es ſo. Ich


