Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Bitte, wiederholte ſie gegen ihren Bruder,wün⸗ ſcheſt Du etwas von mir?

Du mußt mich morgen begleiten, ſagte Bruno. Wir verreiſen; ich habe bereits Urlaub und die Kö⸗ nigin wird Dir auch ſolchen geben.

Mit Dir verreiſen? Wohin?

Zu meiner Verlobung.

Doch nicht

Allerdings, mit der Schweſter des Königs, nenne es Halbſchweſter, oder Viertelsſchweſter; Baroneſſe Ara⸗ bella von Steigeneck freut ſich, Dich kennen zu lernen.

Irma ſchaute nieder. Das war ja die älteſte Tochter der vom hochſeligen König in den Adelſtand erhobenen Tänzerin. Sie ſprach vom Eindruck, den dieſe Ver⸗ bindung beim Vater machen mußte; aber Bruno ſcherzte wohlgelaunt: er und ſeine Schweſter hätten ſich ja vom Vater getrennt, der die Marotte hegt, ein gemeiner Bürgerlicher ſein zu wollen. Bruno fühlte, daß dieſer Ton Irma verſtimmte und ging in einen andern über, indem er darlegte, wie unfrei und hart es ſei, eine ſo liebenswürdige Dame, wie Baroneſſe Arabella, die aus königlichem Blut ſtammt, einiger Unzuträglichkeiten wegen gering zu achten. Er traf eine anklingende Saite, indem er es, abgeſehen von perſönlichem Wunſche, als Pflicht Irmas darſtellte, Arabella vorurtheilsfrei und mit Freundlichkeit entgegen zu kommen. Er ſchloß mit der Wendung:

Du biſt ſo liebevoll gegen die einfältige Bäuerin, die Amme des Kronprinzen. Es iſt wohlfeil, Humanität zu üben gegen Menſchen aus dem Volke; zeige ſie auch

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