Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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Auf dem Wege mit ſeiner Gattin genoß der König noch den Triumph, den er über die Frauen errungen, ſelbſt über die, die er ſo ſtarken Geiſtes glaubte. Er ſprach wiederholt von den Bitten Irma's wegen ihrer Freundin und wie er ſich dadurch nicht beſtimmen laſſe; es ſchimmerte eine Mißlaune gegen Irma durch. Die Königin pries die Freundin mit innigen Worten. Der König lächelte.

Drittes Capitel.

So gieb mir doch endlich Antwort, ſagte Bruno zu ſeiner Schweſter.Biſt Du bereit?

Ach, bitte, ich war zerſtreut. Was ſagteſt Du?

Bruno ſah ſeine Schweſter groß an: Irma hatte in der That nicht gehört; ſie räthſelte über das Be⸗ nehmen des Königs. Er hatte ihr offenbar in der ge⸗ haltenſten Weiſe zu verſtehen gegeben, daß er in Regie⸗ rungshandlungen ſich von Niemand beeinfluſſen laſſe. Irma fiel es jetzt ein, daß der Ton ihres Briefes aus dem Kloſter doch ſehr ungehörig war; ſie dankte im Innerſten dem edlen großen Manne, der ihr etwas zu vergeben hatte und ſo ſchön vergab. Sie dankte ihm doppelt, daß er ſich durch ihr kindiſch heißes Drängen nicht beſtimmen ließ; ſie ſelbſt war zweifel haft, was zu thun ſei, und ihr erſtes Denken, daß der Staat wohl verpflichtet ſei, ein bindendes Gelübde zu verhindern, erſchien ihr jetzt wieder als das gerechte.