Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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den Tod. Es erſchreckte mich auch, daß man eine viel⸗ leicht nur vorübergehende Stimmung zum unabänder⸗ lichen Lebensgeſetze, ja zur Lebensbeſtimmung machen ſoll, aus der es keine Rettung mehr giebt; und doch ſind viele andere heilige Inſtitute dasſelbe. Ich ſehe nun, welch ein hoher ſchwerer Beruf es iſt, König zu ſein. Sollte ich jetzt beſtimmen, ein Geſetz geben, ich

geſtehe, ich wüßte mich nicht zu entſcheiden Wenn je, ſo ſehe ich nun, daß wir Frauen nicht zum Herrſchen geboren ſind.

Die ſonſt ſo klare und feſte Stimme Irmas war verſchleiert und zitternd. Sie war auf einen Gipfel geſtellt, wo ſie nicht feſten Fuß faſſen konnte. Sie ſchaute zum König auf, wie zu einem höheren Weſen. Seine Haltung war ſo feſt, ſein Auge ſo klar. Sie wäre gerne vor ihm niedergeknieet.

Kommen Sie näher, Graf Wildenort, rief der König jetzt.

Irma erſchrak. Iſt ihr Vater da? In dieſer Er⸗ regung ſchien ihr Alles möglich.

Sie hatte in dem Augenblick ganz vergeſſen, daß ihr Bruder Bruno Flügeladjutant des Königs ſei. Er hatte in einiger Entfernung geſtanden und trat jetzt näher, um ſich bei der Königin zu verabſchieden, da er auf einige Zeit verreiſte.

Der König ging mit der Königin davon, Irma mit ihrem Bruder.

Das Benehmen des Königs war räthſelhaft, aber er ſelbſt hatte dafür ſeine Erklärungsgründe; der erſte und mächtigſte war ein unzerſtörbares Mißtrauen.Allen