Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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wodurch vor allen das Kloſter Frauenwörth endgiltig auf den Ausſterbe⸗Etat geſetzt werde. Die Miniſter glauben nur damit, natürlich neben manchem Andern, gegen die immer ſtärker werdende Oppoſition Stand halten zu können.

Der König ſchaute bei dieſen Worten auf Irma, und dieſe fragte:

Und Majeſtät haben dem Geſetzentwurf Ihre Zu⸗ ſtimmung gegeben?

Noch nicht. Ich habe keine beſondere Neigung für Erhaltung der Klöſter, aber ich kann doch nicht ſo leicht die Axt an einen Baum legen, der durch Jahrtauſende erwachſen iſt. Es iſt die beſondere Aufgabe des König⸗ thums, Dinge zu pflanzen und zu erhalten, die über die Zeitdauer eines Geſchlechts und eines Jahrhunderts hinausgehen. Und ein Frauenkloſter wie denkſt Du darüber, Mathilde?

Ich meine, daß es einem Frauenherzen, das Alles verloren hat, nicht verwehrt ſein ſollte, ſich der Ein⸗ ſamkeit und Andacht zu widmen. Doch darf ich mir vielleicht nicht erlauben, darüber zu urtheilen. Vom Kloſterleben habe ich Jugendeindrücke oder vielmehr Jugendlehren erhalten, die nicht immer gerecht ſein mochten. Ueber das Beſtehen eines Frauenkloſters, ſollten wol nur Frauen beſtimmen dürfen. Wie meinen Sie, Gräfin Irma? Sie ſind ja in einem Kloſter er zogen, und Emmy iſt Ihre Freundin.

Ja, nahm Irma auf,ich war bei meiner Freun⸗ din in Frauenwörth, wo ſie leben oder vielmehr ſterben will, denn das Leben dort iſt tägliches Warten auf

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