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„Bleiben Sie nur, Gräfin; es handelt ſich um eine Angelegenheit, die durch Ihre Freundin Emmy jetzt zur Entſcheidung gebracht wird. Hat Dir,“ wendete er ſich zur Königin,„unſere Gräfin von dem gräßlichen Geſchick ihrer Freundin erzählt?“
„Allerdings, und wenn ich daran denke, habe ich das Gefühl, als ſtünde ich vor einem Abgrund.“
Der König hatte ſeltſamerweiſe noch nichts von der Sache mit Irma geſprochen und auch ihres Briefes keine Erwähnung gethan. Irma hatte in den Zerſtreuungen ſeit ihrer Rückkehr auch kaum mehr daran gedacht.
„Unſere Freundin,“ begann der König wieder,„hat auch mir die Sache mitgetheilt, und ich danke ihrem Zartgefühl, daß ſie jedes weitere Drängen zurückhielt; denn in Staatsgeſchäften dürfen uns keinerlei perſön⸗ liche Sympathien leiten. Die Freude, ſich in ſeiner Ehre von Befreundeten gewahrt zu ſehen, bleibt aber eine der ſchönſten.“
Irma ſchaute vor ſich nieder. Er fuhr fort:„Ein Fürſt muß es ſeinen Freunden danken, wenn ſie ihn von den Thatſachen des Lebens benachrichtigen, aber in der Entſchließung darf kein Einfluß, auch der beſte nicht, ſich geltend machen.“
Irma wagte noch immer nicht, den Blick aufzu⸗ heben.
„Die Sache liegt ſo,“ fuhr der König fort:„Wir haben die Befugniß zur Aufnahme neuer Nonnen vor⸗ läufig ſuspendirt. Die Miniſter verlangen nun von mir, daß ich meine Genehmigung zu einer Geſetzesvor⸗


