für uns nur, ſo lange wir in Einer Atmoſphäre mit ihnen athmen.“.
„Könnten Sie mir Beiſpiele zu dieſen imponirend hiſtoriſchen und zu den Momentfiguren nennen?“
„Ich wüßte im Augenblick nur die Eine Art, die hiſtoriſche zu nennen.“
Ein leiſes Roth fuhr über die Stirn des Königs.“ „Nun?“ fragte er, da Irma zögerte,„ich bitte—“
„Zu der erſten Gattung rechne ich vor Allen meinen Vater. Ich kann Euer Majeſtät nicht ſagen, wie mir ſein großes Weſen ſtets vor Augen ſteht.“
„Ja, ich höre allgemein, er ſoll ein höchſt bedeu⸗ tender Mann ſein. Es iſt für ihn und noch mehr für uns zu neng daß er unſere ganze Staatsbildung negirt. Und wohin würden Sie mich rechnen? Ich traue Ihnen Wahrhaftigkeit genug zu, daß Sie mir das geradezu ſagen, und Sie ſind meiner... meiner
Verehrung ſo ſicher, daß Sie Alles unumwunden ausſprechen können.“
„Majeſtät ſind ein Anweſender,“ erwiderte Irma, „und doch zugleich auch ein Abweſender, denn die Höhe Ihrer Stellung hebt Sie immer über uns Andere hinweg.“
„Aber die Freundſchaft wohnt nicht auf dem Thron, ſie iſt hier, wo wir auf gleichem Boden ſtehen, liebe Gräfin.“
„Die Freundſchaft urtheilt aber auch nicht,“ er⸗ widerte die Gräfin,„ſie hat kein Richteramt. Nichts finde ich empörender, als wenn Menſchen, die einander
etwas ſein wollen, immer mit einander abrechnen: ſo
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