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15 ein oder zwei Tage, denn die merkt Alles, die ſieht Einem tief ins Herz hinein, und ich hab' oft Heimweh nach euch und ja, wie die Königin euch will kommen laſſen, da ſag' ich: Das wäre ſchon recht ſchön, aber das koſtet ſo viel Geld, und da habe ich mir das Geld ſchenken laſſen dafür, und wir können's ſchon beſſer brauchen. Und ihr hättet ja auch nicht die Kleider dazu, und die Menſchen ſind hier gar ſpöttiſch. Jetzt wär' ich aber nicht zu dem Geld gekommen, denn das iſt ihr nichts, gar nichts, an ſo was denkt ſie gar nicht, die hat noch nie in ihrem Leben Geld gezählt, und ich glaub' gar nicht, daß ſie rechnen kann; das thut Alles der Hofzahlmeiſter. Hier iſt für jede Sach' ein beſonderer Bedienter; da giebt's Tafeldecker und Silberſchließer und Alles. Jetzt iſt aber meine gute Gräfin wiederkommen, die iſt bei ihrem Vater ge⸗ weſen, das ſoll aber ſo eine Art Einſiedel ſein, der von der ganzen Welt nichts wiſſen will, und meiner Gräfin danke ich's, daß ich doch zu dem Geld gekom⸗ men bin, denn die weiß Alles zu machen. Und ſo ſchicke ich Dir hier das Geld, leg's gut an, nimm aber auch etwas davon und mach' Dir und unſerm Kind und der Großmutter einen guten Tag.
Ach, guter Hanſei, es ſind aber nicht lauter Hei⸗ lige und lauter getreue Menſchen in ſo einem Schloß, wie ich früher gemeint hab'. Da wird geſtohlen und Hinterliſt getrieben. Der Vater von meiner Manſell Kramer iſt ein ehrbarer alter Mann, er iſt hier Caſtellan, der hat mir viel erzählt. Aber auch brav ſein kann man überall, im Schloß oder in der Gſtadelhütte am See.


