Teil eines Werkes 
1. Bd. (1866)
Entstehung
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Kind, nimm Deinen Hut ab, laß mich noch einmal Dein ganzes Haupt umfaſſen. Niemand weiß, wenn ſeine Stunde kommt, da er aufgeht ins All. So, mein Kind, ich halte Dein liebes Haupt, weine nicht, oder weine. Ich wünſche, daß Du Dein Leben lang nur über Andre, nie über Dich ſelbſt weinen mögeſt. Er ſtockte, dann faßte er ſich und fuhr fort:

Und wie ich Dein Haupt jetzt halte und meine Hand auf alle Deine Gedanken legen möchte, ſo bleib auch Du ſtets Dir ſelbſt getreu! Ich möchte Dir all mein Denken geben; behalte jetzt nur das Eine: Laß nur ſolche Freuden über Dich kommen, deren Erinne⸗ rung Dir eine Freude ſein kann. Behalte das! Nimm dieſen Kuß! Du küſſeſt ſtürmiſch. Mögeſt Du nie einen Kuß geben, bei dem nicht Deine Seele ſo rein und voll iſt wie jetzt. Leb wohl!

Der Vater wendete ſich ab und ging den Berg hinan. Er ſchaute nicht mehr um.

Irma ſah ihm nach, ſie erbebte, es zog ſie, ſie wollte wieder umkehren, ihm nach und bei ihm bleiben, für immer. Aber ſie ſchämte ſich ihres Wankelmuths. Sie dachte an die nächſte Stunde, an die nächſten Tage, wie das ſein würde, wenn ſie wieder die Koffer auspacken laſſe, wenn ſie ſo vor allen Dienern und vor dem Vater ſelber nein, es mußte ſein! Sie ging weiter. Sie ſaß im Wagen, der Wagen rollte fort, und nun war ſie nicht mehr ihr eigen, eine fremde Kraft hatte ſie aufgenommen...

Es war am andern Mittag als Irma auf dem Sommerſchloß ankam. Das Schloß war ſtill. Niemand

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