ſeiner ſchönen Frau hellen Blickes in die ſtrahlenden Augen.
So ſoll es immer ſein, ſo rein und frei mußt du ihr immer in die Augen ſchauen können.
Siebzehntes Capitel.
„Majeſtät,“ ſagte am andern Morgen die Oberhof⸗ meiſterin, als man nach dem Frühſtück im Park luſt⸗ wandelte,„Majeſtät, ich bin Ihnen eine Erklärung ſchuldig, daß ich den Brief an die Hofdame Ihrer Majeſtät der Königin nicht mit unterſchrieben habe.“
„Sie haben nicht?“ erwiderte der König. Das ſtarre, feine Antlitz der alten Frau zeigte keine Ver⸗ änderung bei dieſen Worten, und doch hätte es ſie verletzen können, daß ihre fehlende Unterſchrift nicht bemerkt wurde. Sie befolgte aber vor Allem das oberſte Hofgeſetz: jedes perſönliche Empfinden zu ver⸗ leugnen und dadurch auch jede Empfindlichkeit zu ver⸗ meiden; ſie fuhr, nach der Hofweiſe den Tadel in Lob verkleidend, ruhig fort:
„Dieſe Einladung iſt eine geniale Laune und Gnade Eurer Majeſtät, aber das Genie iſt immer ohne Gefolge. Majeſtät werden mir als Ihrer mütter⸗ lichen Freundin, mit welchem hohen Titel Sie mich en, wol erlauben, zu bemerken, daß es weder den Cavalieren noch den Damen zuſteht, ihre Namen unter einen außergewöhnlichen Scherz Eurer Majeſtät zu ſetzen. Es ſoll der Umgebung nicht


