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„Laß Dir nur vom Zahlmeiſter geben, ſo viel die Reiſe der Deinigen koſtet. Iſt hundert Gulden wol genug?“
„O mehr als genug; wenn aber die Königin mir das Geld ſchenken will, können wir es ſchon beſſer anwenden.“
Die Königin ſah Walpurga erſchreckt an— die Geldgier zerſtört doch die tiefſſten Regungen auch in den einfachen Herzen.
Walpurga merkte, daß ſich das glückſelige Geſicht der Königin veränderte, und begann:
„Ich will ehrlich ſagen, warum ich's nicht will, auch wenn's nichts koſtet. Frau Königin, mein Mann iſt ein braver Mann, aber er iſt eben ein bischen un⸗ gelenk, und es thät mich ins Herz hinein verdrießen, wenn ihn Eines hier auslachen thäte. Und meine Mutter, Frau Königin, der darf man das nicht anthun, ſie iſt jetzt ſechzig vorbei, und iſt ſeit ihrer Hochzeit nicht aus dem Ort gekommen, nicht weiter als ein paarmal nach Hohenheiligen zur Wallfahrt, drei Stun⸗ den von uns; nicht einmal heim iſt ſie ſeitdem ge⸗ kommen, von wo ſie her iſt, nur eine Tagreiſe von uns, drüben über dem See, von der Grenze her; und da mein' ich, könnte man der Mutter am Leben ſcha⸗ den, wenn man ſie wo anders hin thät, nur auf ein paar Tage. Das Beſte wäre, wenn man's ſo macht, daß wir ganz in der Nähe von der Königin bleiben, alle miteinander; wir wollten gewiß die Meierei gut verſehen, und mein Mann verſteht das Vieh gut, er iſt viele Jahre Handbub und nachher Ochsner geweſen auf der Alm.“
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