„Jetzt noch zweitauſend Schritt— jetzt noch tau⸗ ſend— noch ſo viel und ſo viel“— ſagte er im
Gehen faſt laut vor ſich hin, und ſah mit Dankesblicken
auf den Doctor und auf die Kutſche, die ſo gut iſt,
daß ſie ſeine Frau einſitzen läßt, und auf das Pferd,
das ſie ſo geduldig zieht; er wehrte dem braven Thiere
die Bremſen, die es noch plagen wollen.
„Dein Hanſei thut dem Pferde Gutes,“ ſagte drin in der Kutſche der Doctor zur jungen Frau. Sie ant⸗ wortete keine Silbe, und der Doctor betrachtete mit Wohlgefallen den Mann, den er längſt kannte, er war ja Holzknecht im königlichen Forſte. Hanſei hielt noch immer den Hut in der Hand und wiſchte ſich manchmal mit dem Aermel den Schweiß ab. Er hatte ein gebräun⸗ tes, ausdrucksloſes Geſicht, und trug keinen Schnurr⸗ bart, denn er war nicht Soldat geweſen; von den Schläfen herab rahmte ein zottiger Bart das längliche Geſicht ein, deſſen Stirne noch größtentheils von dichten, blonden Haaren bedeckt war; die kurzen Lederhoſen zeigten die mächtigen Knie, die mit Zwickeln geſtrickten Wadenſtrümpfe waren gewiß ein Geſchenk der Frau, die ſchweren, nägelbeſchlagenen Schuhe hatten ſchon manchen Berggang mitgemacht. Hanſei ſchritt rüſtig neben dem Fuhrwerk her, und endlich rief er:„Gott⸗ lob, wir ſind da!“
Das Häuschen lag am See, von einem Gärtchen umgeben; am Zaun ſtand eine Alte und rief entgegen: „So? gefahren kommſt auch noch?“
„Ja, Mutter!“ antwortete die Frau, und mit tauſend Dank verabſchiedete ſie ſich beim Doctor; Hanſei


