Teil eines Werkes 
1. Bd. (1866)
Entstehung
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Der Arzt ging hinein und jetzt ſagte der König:

Mathilde, ich bitte, war das Alles, was Du auf dem Herzen hatteſt? Ich ſehe Dir ſeit geraumer Zeit an, daß Du etwas in der Seele trägſt

Ja, ich trage etwas in der Seele, aber ich kann Dir nicht eher davon Mittheilung machen, bis es volle Wahrheit geworden; es iſt lauter Liebe zu Dir. Frage mich nicht mehr, Du wirſt es bald von ſelbſt erfahren.

Als der Leibarzt zurückkam, ſaß der König allein unter der Eſche, die Königin hatte ſich zurückgezogen.

War dieſe Huldigung eine ärztliche Rückſicht? fragte der König den Leibarzt, ſein Auge war finſter.

Nein, Majeſtät, meine freie Herzensmeinung.

Der König ſchaute vor ſich nieder und ſchwieg lange; endlich ſagte er ſich aufrichtend und mit der Hand eine Bewegung machend als werfe er etwas weit weg:

Ja, alſo die Königin wünſcht zur Amme eine junge Frau aus den Hochlanden, die eine ehrbare Familie hat. Wäre es nicht noch Zeit, daß Sie ſelbſt hinreiſten und eine ſolche auswählen? Stammen Sie nicht auch aus dem Gebirge? Das wäre doch nein, Sie dürfen jetzt nicht fort. Schicken Sie alſo den Hofarzt Sixtus, er ſoll von Dorf zu Dorf reiſen und geben Sie ihm die genaueſten Inſtructionen; er kann ja auch mehrere proponiren und Sie wählen dann die Beſte aus und die Anderen lohnen wir ab und doch das machen Sie ganz nach Ihrem Ermeſſen, aber ſchicken Sie noch heute den Hofarzt ab.

Wie Majeſtät befehlen.