Hofdamen bedienten, und es herrſchte ein ungebundener,
faſt familienhafter Ton. Der Leibarzt trank ſtets Thee, den er ſich auf einer vor ihm aufgeſtellten Maſchine ſelbſt bereitete; die braungelockte Hofdame lud ſich heute bei ihm zu Gaſte, ſetzte ſich neben ihn und ſchänkte ihm ein. Zu ihrer Linken ſaß Oberſt von Bronnen, der Generaladjutant des Königs, faſt der einzige, dem man es nicht anſah, daß ihm die Uniform fehlte.
Die Geſpräche waren laut, durcheinander— auch die Geiſter waren in Morgentoilette.
„Ach Gott, heut iſt ja Sonntag!“ ſagte die braun⸗ gelockte Hofdame.
Es wurde hell aufgelacht, und die Königin fragte, warum man lache. Der Leibarzt berichtete die Ent— deckung der Gräfin Irma von Wildenort. Auch die Königin lächelte.
„Ich dächte, Gräfin Irma,“ rief der König, während er ſich eine Cigarre anbrannte— er allein rauchte im Salon—„ich dächte, bei Ihnen wäre alle Tage Sonntag.“
„Ja, gnädigſter Herr, aber nur hier,“ antwortete im luſtigſten Tone die Gräfin und ſchüttelte ihre reichen braunen Locken.„Seitdem ich die Ehre habe, bei Eurer Majeſtät zu ſein, wo alle Tage Kuchen auf der Tafel ſteht, iſt böl mir alle Tage Sonntag; aber im Kloſter, da war der Sonntag mit Kuchen angeſtrichen, und nun muß ich hier den Sonntag immer erſt ent⸗ decken.“ ⸗
Der Legationsrath von Schnabelsdorf, erſt vor
Kurzem aus Spahn zurückgekehrt und auf ſeine neue


