Teil eines Werkes 
1. Bd. (1866)
Entstehung
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Vor dem Arzte darf es kein Geheimniß geben,

begann der Leibarzt,Majeſtät haben ja noch vor Kurzem geſagt, daß Sie mir auch ein Stethoſkop zutrauen, um die Bewegungen der Seele zu erlauſchen.

Ja, ſagte die Königin, und ſie wurde roth bis zu den Stirnhaaren hinaufich dachte auch ſchon daran, Sie um ſeeliſchen Beirath anzuſprechen, aber es geht doch nicht; das muß ich mit mir allein erledigen. An den Arzt aber habe ich eine Bitte.

Majeſtät befehlen

Nein, das kann ich hier nicht! Ich meine

Plötzlich tönte die Glocke von der Kapelle. Der König trat heraus, in einfach bürgerlicher Kleidung, ohne irgend eine Auszeichnung; ihm folgten die Herren und Damen vom Hofe. Die Herren waren Alle in bürgerlicher Kleidung, großentheils in der kleidſamen und modiſch verſchönerten Gebirgstracht.

Der König, eine mannhaft friſche Erſcheinung von ſtrammer Haltung, grüßte ſchon von ferne mit der Hand und ging ſeiner Gemahlin entgegen; das Gefolge hielt ſich wieder im Hintergrund und wechſelte leiſe Morgengrüße. Der König ſprach einige Worte mit der Königin, ſie lächelte und er neigte ſich gleichfalls lächelnd mit jugendlicher Anmuth; dann bot er der Königin den Arm, ſie gingen nach dem Pavillon, die Herren und Damen folgten, jetzt fröhlich und unge⸗ swungen mit einander plaudernd.

Eine junge Hofdame von hoher mit braunen Locken und braunen Aug zum Leibarzt und drückte ihm herzlich

ſchöner Geſtalt, en, geſellte ſich die Hand. Sie