Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*— 3 153

. wurde, und ſank voll der zärtlichſten i 3 innigſten Gefühle an ihre Bruſt. Schen wollte er nach dem holden Kleinen frähen,

als ſein Freund Müller hinter dem Gebüſch hervor trat und ihm auf ſeinem Arm den blühenden Knaben entgegen hielt. Elviro

wand ſich jetzt ſanft aus den Umarmungen

ſeiner geliebten Apollonia, und ſchloß dann

den braven Müller in ſeine Arme, nahm

das Kind zu ſich, welches die Händchen nach

ihm ausſtreckte, und küßte dieſes voll rüh⸗

render Wonne, wobei Freudenthränen ſeine

Wangen netzten. Aus dieſen ſchäkernden

Liebkoſungen mit dem Kleinen riß ihn Ag⸗

nes, Müllers Tochter, die ſich freundlich an

ihn ſchmiegte und ausrief:„Sehen Sie, da

bin ich auch, lieber Onkel!“

Elviro drückte ihr die Hand, küßte ſie

herzlich und erwiederte:„Ei tauſend! wie

hübſch und groß Du geworden biſt!““

Elviro vernahm jetzt ein Geräuſch von

der Seite, wandte ſeinen Blick dahin, und

bemerkte eine Dame, die mit tiefverſchleier⸗

tem Geſicht ſich nahete, und in einiger Ent⸗

fernung von ihm ſtehen blieb. Er warf, von

dieſem Anblick befremdet, einen fragenden

Blick auf ſeine Gattin und Müllern, wel⸗

ger ihn ſchweigend anlächelte und ſich an

ner Ueberraſchung weidete. Apollonia trat dlich zu ihm, und indem ſie ihm den klei 6 n Guſtav abnahm, zeigte ſie lächelnd

*