entgegen trat. Schüchtern überreichte ich demſelben das Billet, aber die Worte er⸗ ſtarben mir auf der Zunge, als mir der Graf freundlich in die Wangen kniff und mich einigemal„liebes Kind“ nannte. Mir war ſo wunderbar zu Muthe, und obgleich ich mir innerlich ſagte, daß der Graf nur ein Menſch wie jeder andere ſei, ſo blieb ich doch in ſeiner Nähe ängſtlich und be⸗ klommen. Als ich meinen Auftrag vollendet, wollte ich gehen, allein immer hielt er mich noch freundlich zurück, doch da er mich um⸗ armte und küſſen wollte, faßte ich ein Herz und eilte aus dem Zimmsr.
„Närrchen!“ hörte ich den Grafen noch hinter mir herrufen, doch ich achtete nicht darauf, und war in kurzer Zeit in der Woh⸗ nung weiner Angehörigen. Ich verſchwieg zu Hauſe, was mir begegnet war, nahm ni aber vor, dergleichen Aufträge von mir z ſchieben, wenn es in meiner Kraft ſtände.
Shige Tage waren nach dieſem Vorfall ver


