Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

S

1577

Wohl, aber nicht der Mann, an deſſen Ferſen ein Fluch haftet.

Sie trat ihm näher und ſchaute ihn feſt an, während eine glühende Röthe ihr Antlitz übergoß.

An dieſen Fluch glaube ich nicht mehr, ſeit dem ich das Geheimniß kenne, ſagte ſie.

Er zuckte zuſammen als ob ein elektriſcher Funke ihn ge⸗ troffen te, aver in der nächſten Secunde leuchtete es freudig in ſeinen Augen duf.

Wer hat es Ihnen enthüllt, frag te er mit zitternder Stimme.

h Veter

Und Sie ſind zu mir gekommen, um dieſen Fluch von mir zu nehmen oder ihn mit mir zu tragen? rief er ihre Hände er⸗ faſſend und ihr tief in die Augen ſchauend.

Wenn Sie die felſenfeſte Ueberzeugung hegen, daß die hin⸗ gebeugde Liebe eines treuen Herzens die Vorurthelle der Menſchen beſi gen kann, dann iſt er in dieſer Minute von Ihnen genommen, erwiderte das ſchöne Mädchen, und Thränen des Glücks und der Freude perlten in Ihren Augen. Mit einem Freudenruf zog er ſie an ſeine Bruſt, die Fülle des Glücks, die ſo plötzlich auf ihn einſtürmte, drohte ihn zu erdrücken.

Lange hielten die Beiden ſich umſchlungen, als ob ſie ſich fürch⸗ teten, noch einmal aus dieſem ſüßen Traume jäh erwachen zu können.

Und iſt es wirklich Wahrheit? flüſterte er endlich.Du willſt mein ſein, für das ganze Leben?

Für Zeit und Ewigkeit, Geliebter! ſagte ſie, und voll inniger Liebe ſchauten die blauen Augen zu ihm auf.Du lieber böſer Mann hätteſt es längſt wiſſen müſſen, daß mein Herz Dein eigen war?

Eine Hand legte ſich leicht auf ſeine Schulter und als er ſich umwandte, ſtand Baroneſſe Cäcilie vor ihm.

Willſt Du nun noch reiſen, mein Bruder? fragte ſie lächelnd, während ſie ihren Arm um Clara ſchlang.

Auch Du kennſt das Geheimniß ſchon? erwiderte er betroffen. 6

Ich kannte es längſt, Signora Grimaldi, ſo Gott ver⸗ zeihen möge, wie ich ihr vergeben habe, enthüllte es mir in den