Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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1556

Habt Ihr das Pfeifen nicht gehört?

Bah Wilddiebe vielleicht, oder irgend ein Menſch, der n

ſeinem Hunde gepfiffen hat. Habt ihr ſo ſchwache Nerven? ben(

Drüben hatte ich ſie nicht, ſagte der Baron kopfſchüttelnd. in

Und hier ſtehen Euch doch Mittel genug zu Gebhot, ſie zu irl

ſtärken. Denkt an die reiche Heirath mit der Bankierstochter, in ſ

dann werdet Ihr alles Andre vergeſſen. Ihr ſeid ein Glücks⸗ kind, Kamrad!

Und Ihr ſchwätzt in den Tag hinein! erwiderte der Ma⸗ u

joratsherr ärgerlich.So ſicher iſt die Hochzeit noch nicht Eu

Was hindert Euch denn morgen oder übermorgen die Hoch⸗ uc

zeit zu feiern? Ich hätte an Eurer Stelle längſt dem BankierBi

meine Vorſchriften gemacht, der Mann muß ja, wie Ihr wollt. Au

Und die junge Dame wird gewiß auch wünſchen, daß die Hoch⸗

zeit ſo bald wie möglich gefeiert wird, den Teufel auch, es iſt Ler

keine Kleinigkeit für ein Bürgermädchen, Frau Baronin zu werden. anghal

Der Baron ſchüttelte den Kopf. S

Daß der Boden unter ſeinen Füßen wankte und der Ein⸗ denn?

ſturz nahe war, das war ihm aus der Unterredung mit ſeinem6

Bruder und dem Briefe Roſa's ſo klar geworden, daß er nicht

den leiſeſten Zweifel mehr hegen konnte. Au

Wesalb ſollte er es dieſem Burſchen verhehlen, der ihm ja uf tie

für alle Fälle ſeine Dienſte angeboten hatte? Es war möglich, P

5 daß er ſchon in nächſter Stunde zur Flucht genöthigt würde, und das h

dann konnte dieſer Mann möglicherweiſe ihm den Rücken decken. nohe!

Das iſt Alles vorbei, ſagte er,mich wundert's daß Ihr

nicht auch bas ſchon wißt! vir u

Vorbei 7 fragte Bucket erſtaunt. ncht

Ja, die Verlobung iſt aufgehoben.

Ihr ſcherzt Konrad. 2

Es wäre ein ſchlechter Scherz, zu dem ich in tieſt Augen⸗

be nicht aufgelegt bin. 6.

Seit wann ſoll ſie aufgehoben ſein? llagen

Seit geſtern Abend.

Und was wollt Ihr nun thun? erft

Abreiſen! 5Sofort?* Vielleicht erwiderte der Baron achſelzuckend.Darf ich frag