Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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— 1224—

„Ich bin deſſen noch nicht ganz ſicher,“ unterbrach die Schau⸗ ſpielerin ihn.“

„Vertrauen Sie nicht auf das Wort eines Edelmanus?“

„Unter den obwaltenden Unſtänden— nein!“

„Florentine!“ rief der Majoratsherr, auf beſſen Stirn die Adern anſchwollen.

„Ich ſpreche meine Anſicht offen aus. Sie können mir das nicht verargen.“

„Gut, dann will ich Ihnen einen Schuldſchein geben.“

„Er hat keinen Werth, ſobald Sie—“

„Jetzt iſt es übergenug!“ fuhr der Baron auf, indem er ſich heftig erhob.„Sie verfen mir Mangel an Vertrauen vor und haben ſelbſt keins! Was verlangen Sie? Sprechen Sie es mit kleren, deutlichen Worten aus, damit ich weiß, woran ich mit Ihnen bin.“

„Was ich verlange? Sie hätten es längſt errathen können, denn es liegt auf der Hsnd. Zahlen Sie mir das Geld, ſo bin ich zufricden, und Sie dürfen alsdann feſt darauf vertrauen, daß ich mein Verſprechen halten werde.“

„Sie verlangen das Unmögliche!“

„So machen Sie es möglich.“

„Wenn ich es könnte—“

„Sie können es wenn Sie wollen! Ich will Ihnen eine Friſt von drei Tagen laſſen, wenn Sie binnen dieſer Friſt die Ihnen

geſtellte Bedingung erfüllen, ſo werde auch ich mich an mein Ver⸗ ſprechen gebunden erachten.“

„Und wenn ich es nicht thue?“

„Dann gehe ich zum Polizeirath.“

„Und Sie verlieren Alles!“

„Ich verliere nichts außer einer Hoffnung, die eigent ich werthlos iſt.“

Der Majoratsherr preßte die Lippen aufeinander, er war ohn⸗ mächtig vieſer Frau gegenüber, der er ſelbſt eiu⸗ furchtb ure Waffe in die Hände gegeben hatte.

War auch ber gefürchtete Polizeirath augenblicklich in London ſo konnte er doch in der nächſten Stunde von dort zurückkehren, und von der Energie und dem Spürtalent dieſes Mannes durfte er das Schlimmſte erwarten.

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