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„Verzeihen Sie, ich betrachte die Sache aus einem andern Geſichtspunkt,“ erwiderte Florentine, die jetzt mit dem Weinglaſe in der Hand dicht vor dem Glasſchranke ſtand.„Sie werden nach der Hochzeit mit gefüllten Taſchen ſofort ein längere Reiſe antreten.“
„Bevor ich ſie antrete erhalten Sie dus Geld!“
„Ich ſege keinen Werth auf dieſes Verſprechen. In Ihrem Intereſſe liegt es, daß die Hochzeit ſtattfindet, und zwar nur des Geldes wegen. Haben Sie das Geld, ſo mag der Boden unter Ihnen zuſammenbrechen, Sie könuen dann—“
„Das ſind Vorausſetzungen, an die ich ſelbſt noch nicht ge⸗ dacht habe!“
„Leugnen Sie es nicht, Baron! Sie ſind auf Alles gefaßt und vorbereitet, die heutigen Ereigniſſe beweiſen es mir. Wenn Sie das Gelb haben, ſo fürchten Sie nichts mehr, Sie werden, wenu es ſein muß, dic junge Frau verlaſſen und den Schau⸗ platz Ihrer Thaten wieder nuch Amerita verlegen, Sie werden dort—“
„Unfinn Florentine! Die Milgift, welche ich erhalte, iſt nur ein geringer Theil des Vermögens, welches meine Braut dereinſt erben wird. Und Sie glauben, ich werbe das Alles in die Schanze ſchlagen?“
„Sie werden es müſſen!“
„Weshalb?“
„Weil der Polizeirath nicht ruhen wird, bis—“
„Was will er mir anhaben? Seine Drohungen ſind lächer⸗ lich, weil ſie ſich auf Vermuthungen ſtützen, für die er Deweis hat. Ich verachte ihn.“
Florentine wandte ſich haſtiy um, ſiellte das Glas in den Schrank, ſchloß den letzteren zu und ſteckte den Schlüſſel in die Taſche, dann ſah ſie den Baron mit einem triumyhirenden Blick an, wie wenn ſie ihn fragen wollte, oh er jetzt an ihre Macht glaube.—
„Der Polizeirath könnte trotzdem Beneiſe finden,“ fragte ſie mit gehobener Stimme,„er hätte ſie ſofort gefunden, wenn ihn“—
„Sie werden ihm keine Mittheilung machen! Thun Sie es, ſo verlieren Sie ein Vermögen.“


