Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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— 1222—

„Ordnen wir die Sacke geſchäftsmäßig,“ ſagte der Baron mit mühſam erzvungener Ruhe,„Sie verlangen zwarzigtauſene Tha⸗ ler, nicht wahr?“

„Vielleicht noch etwas mehr.“

„Iſt die Summe noch nicht hoch und unverſchämt genug?7“

„Wenn ich mein Leben in di⸗ Schranken ſetzen muß—“

„Wollen Sie, wenn ich Ihnen die Summe geb, mir Ver⸗ ſch iegenheit geloben?“

„Wollen Sie alsdann das Glas ausgießen und wir die Por⸗ träts überlaſſen?“

„Auch das verſpreche ich Ihnen.“

„Wohlan, Sie ſollen die Summe haben“

„Wonn?“ fragte die Schauſpieler„ während ſie rückwärts ſchreitend, ſich dem Glasſchrank näherte.

Der Blick des Barons folgte ihr unverwandt.

„Nach meiner Hochzeit,“ erwiberte er.

„Und ſo lange ſoll ich warten?“

„Sie werden ſo lange warten müſſen, wie ich! Ich habe jetzt kein Geld.“

„Das ſagt der Majoratsherr von Oſthofen?“ ſpottete Flo⸗ rentine.

„Ja, das ſage ich, Florentine. Die Renovation des Schloſſes koſtet ungezähltes Geld, und—“

„Bah. Sie werden ſich dieſe Summe mit leichter Mühe ver⸗ ſchaffen können.“

„Wer ſoll ſie mir geben?“

„Ihr Schwiegervater.“

„Seien Sie nicht thöricht, Florentine. Es würde Argwohn erregen—“

„Ein Vorwand iſt leicht gefunden, wenn Sie ihn nrr ſachen wolen.“

„Und weshalb können Sie nicht warten?“ fragte der Baron gereizt.„An meinem Hochzeitstage erhalte ich die Mitgift, ich werde Ihnen alsdaun das Geld ſofort auszahlen. Daß ich da⸗ bei eine Nebenabſicht verbinde, will ich nicht leugnen, es ſoll in Ihrem Intereſſe liegen, daß die Hochzeit gefeiert wird—“

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