Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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— 1221—

geringſten Werth, nnd ich brauche ihn nicht zu fürchten Können Sie beweiſen, daß ich wirklich den Wein mit einer anderen Füſ⸗ ſigkeit vermiſcht habe? Wo ſind die Zeugen, die es geſehen ha⸗ ben? Wenn behaupte, es ſei eine boshafte Verleumdung Ihrerſeits, wer will mich widerlegen?“

„Der Dndesfall Hurter's!“ erwiderte Florentine mit ſcharfer Betonung

„Bah, er heweiſt gar nichts. Der Unterſuchungsrichter hat die Akten geſchloſſen, er iſt bavon üderzeugt, daß hier ein Selbſt⸗ mord vorliegt—“

„Er wird anders darüber denken, wenn ich ihm die Ereigniſſe dieſes Abends berichte.“

„Bewahre. Sollte ich deshalb vernommen werden, ſo werde ich erklären, daß Sie den Selbſtmord Hurter's nur zum Vor⸗ wand genommen haben, um dieſe boshafte Lüge zu erſinnen und ihr eine gewiſſe Wahrſcheinlichkeit zu verleihen. Ich werde dieſer Ecklärung hinzufügen, daß Sie verſucht haben, durch Drohungen eine vamhafte Geldſumme zu erpreſſen, dann wird der Unter⸗ ſuchungsrichter wiſſen, von welchem Standpunkte aus er Ihre Anklage zu beurtheilen hat.“

„Und damit glauben Sie über bieſen Punkt ruhig hinweg⸗ gehen zu können?“ fragte die Schauſpelerin in demſelben höh⸗ niſ hen Tone.„Der Polizeirath Heller würde mir unbedingt Glanben ſchenkn und—“

Ein Schre d Wuth entſuhr dem erregten Manne, er macht eine Bewegung, als ob er ſich auf fi ſtürzen und ſie erdroſſeln volle, aber im nä hſten Augenblick ſank er wieder auf ſeinen Sitz z rück.

„Florentine, Sie ſind ein Tufel⸗ ſagte er knir ſchend.„Ich gebe zu, doß ich in einem ſchwachen Moment mich vergeſſen habe, aber das läßt ſich verzeihen, und—“

„Haben Sie auch Ihren Hofmeiſter in einem ſchnachen Mo⸗ ment vergiftet?“ unterbrach Florentine ihn.

„Sprechen Sie das nicht noch einmal aus—“

„Ich werde es ausſprechen, ſo oft es mir beliebt, denn ich hege jetzt die feſte Ueberzengung, daß Sie dieſes Verbrechen be⸗ gangen haben.“