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gepreßt, in ihrem Innern ſchienen noch immer Bedenken auf⸗
zuſteigen, die ſie vergeblich zn beſeitigen ſuchte.
„Haſt Du auch an die Gefahren gedacht, denen wir uns aus⸗ ſetzen?“ fragte Sie nach einer Weile.
„Gefahren?“ erwiderte Johaun.„Ich ſehe keine.“
„Sie war vor ihm ſtehen geblieben, ihr Blick ruhte voll ernſter Beſorgniß auf ihm.
„Ruht auf ihm nicht der Verdacht, daß er es war, der bas Gift ia den Wein des Ho fmeiſters geſchüttet hat?“ fragte ſie mit gedämpfter Stimme.„Haſt Du nicht ſelbſt auf dieſen Ver⸗ dacht hingedeutet?“
„Und ich halte noch heute feſt an ihm.“
„Nun wohl, hat er's gethan, ſo wird er auch kein Bedenken tragen, den zweiten Mord auf ſein Gewiſſen zu nehmen, wenn er dadurch ſein eignes Lebon und ſeine Freiheit retten kann. Und wie können wir uns vor dem Meuchelmord ſchützen—“
„Ich werde ſchon die Augen offen halten—“
„Du kannſt es nicht—“
„Ah, bah, ich werde, wenn ich einmal mit der Sprache herausrücke, ihm keine lange Galgenfriſt laſſen, binnen einer Stunde muß er ſich entſcheiden, und nach dieſer Stunde verlaſſe ich Oſthofen für immer.“
„In allen Fällen?“
„Ja, in allen! Gibt er mir das Geld, ſo ſind wir natür⸗ lich geſchieden und er mag fortan ſeinen Weg gehen, bis ein Andrer ihm das Ziel ſetzt. Erhalte ich das Geld nicht, ſo gehe⸗ ich zu ſeinem Bruder und zu dem Bankier, und habe ich mir den Dank dieſer Beiden geſichert, ſo will ich auch dem Polizei⸗ rath erlauben, ſeine Naſe hineinzuſtecken.
„Und dann werden wir vielleicht der Erpreſſung beſchuldigt!“
„Du keinesfalls, ich übernehme die ganze Sache.“
„Glaubſt Du, der Baron werbe nicht erfahren, daß ich—“
„Was er auch erfahren, oder vermuthen mag Florentine, ich nehme Alles auf mich, und Du ſollſt ganz aus dem Spiele bleiben. Man darf ihm nicht eine lange Bedenkzeit einräumen. das wäre vom Uebel,— Vogel friß, o er ſtirb, entweder— oder. Mit ſolchen Leuten muß man ganz ohne Schonung verfahren, ſie ſchonen auch Nimand.“


