Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

un

en

or auf

ie

1203

Wiſſen Sie das ſo beſtimmt?

Ich hege nicht den leiſeſten Zweifel.

Und wer ſoll ſie uns geben?

Der Majorateherr!

Er ſelbſt? fragte die Schauſpielerin überraſcht. Glan⸗ ben Sie, daß er durch Drohungen ſich erſchrecken laſſen wird?

Wes will er machen? erwiderte Johann achſelzuckend.Er iſt verlobt mit der Tochter eines reichen Bankies, am Hochzei stage ſoll er eine Mitgift von hunderttauſend Thaler erhalten, und dieſes Geld iſt für ihn ber letzte Anker. Wenn Alle⸗ ſchief geht, dann kann er mit bieſer Summe in der Taſche wieder hinüber⸗

reiſen und drüben den vornehmen Herrn ſpielen, oder auch das alte Leben wieder beginnen.

Rechnet er darauf?

Natürlich! Er wird Alles aufbieten, um das Geld zu er⸗ halten

Aber der Bankier und deſſen Tochter werden betrogen!

Kümmert das uns, Florentine? Sorge Jeder für ſich ſelbſt, es iſt unſre Sache nicht, andre Leute vor Schaden zu behüten.

Aber wäre es nicht unſre Pflicht

Nach meiner Anſicht nicht! Es iſt Pflicht des Bankiers, den Mann zu prüfen, dem er ſeine Tochter geben will, thut er es nicht, ſo muß er die Folgen tragen.

Madare Winkel ſchüttelte freilich den Kopf, als ob ſie ſagen wollte, ſie ſei mit dieſer Anſicht nicht einverſtanden, aber ſie er⸗ hob doch keinen Einwand mehr dagegen.

Die Hochzeit ſoll ſchon hald gefeiert werden, fuhr Johann fort,und wir müſſen vor dieſer Zeit handeln. Wir müſſen ihm die Wahl ſtelen, entweder eine namhafte Summe an uns zuzahlen, oder auf die Hochzeit zu verrichten.

Aber er be'ommt das Geld erß nach der Hochzeit!

Dann muß er dafür ſorgen, die Sunime, die wir forbern, vorher zu erhalten

Und wie viel ſollen wir forbernk

Zwanzigtauſend Thaler.

Er wird ſie nicht geben.

Es iſt nur der fünfte Theil von dem, was er gewinnt. 76*