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Arabella rückte ihrer Mutter näher, unverwandt ruhte ihr glühender Blick auf dem welken Geſicht.
„Was fürchteſt Du?“ fragte ſie.„Haſt Du ein Verbrechen begangen—“
„Arabella, dieſe Vermuthung—“
„Muß ſie nicht in mir auſſteigen? Weshalb flüchteſt Du bei Nacht und Nebel? Weshalb zwingſt Du mich zu einer Lüge, die mich entehrt? Wenn man ein reines Gewiſſen hat, ſo kann man jedem Feinde entgegentreten, und die hieſige Polizei würde uns ihren Schutz nicht verſagen.“
„Und was ſagte ich Dir vorgeſtern? Falkenberg und Baron Oſthofen—“
„Sind ſie wirklich in London? Wir haben darüber keine ſichere Nachricht.“
„Ich habe ſie geſehen.“
„Gut. Ich nehme an ſie ſind bort, ſo wäre doh abzuwarten, ob ein Rencontre zwiſchen ihnen ſtattfinden wird. Und geſchähe es wirklich, ſo wäre es Sache der Polizei die Folgen zu ver⸗ hüten“
„Und Dein Name?“
„Er würde dadurch nicht entehrt werden, mir kann man die Schuld nicht zuſchieben, wenn einige Hitzköpfe meinetwegen—“
„Der Eclat würde Dich allein treffen!“
„Das wäre noch immer nicht ſo ſchmachvoll wie der Kontrakt⸗ bruch!“ ſagte Arabella, das ſchöne Haupt trotzig erhebend.„Und ich erkläre Dir hiermit, daß ich meinen Kontrakt unter allen Umſtänden erfüllen werde. Ich werde heute noch zur Konzert⸗ Direktion gehen—“
„Du wirſt es nicht thun!“ fuhr die Alte erboſt auf.
„Willſt Du mich gewaltſam hier feſthalten?“
„Wenn es nicht anders iſt— ja!“
Arabella legte die Hand auf das ſtürmiſch pochende Herz und athmete tief auf.
„Verſuche es, und das letzte Vand, welches Dich an mich feſſeit, iſt geriſſen!“ erwiderte ſie mit zitternder Stimme.
„Das letzte Band? Was ſoll das heißen?“
„Ich kann mir nicht helfen, ich muß es ausſprechen, was meine Gedanken ſchon ſeit Monaten beſchäftigt hat. Das Ge⸗
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